Schöne Wanderwege führen zum Čerchov

Waldmünchen - Čerchov

Die kürzeste Verbindung zum Čerchov ist der Čerchovsteig, erreichbar über den Wanderweg Wm 9. Ausgangspunkt ist der Parkplatz bei der Jugendbildungsstätte. Über den Krambergerweg und den Waffenschleifweg wird der Ortsteil Waffenschleife erreicht. Gleich hinter den Häusern steht eine Markierungstafel. Ab der Unteren Rieselstraße verläuft der Wanderweg im Wald und anfangs geht es zum Teil stark bergauf. Danach Überquerung der Oberen Rieselstraße und es geht weiter bis zu einer weiteren parallel verlaufenden Forststraße (hier Beginn des "Siedlungshistorischen Lehrpfades"). Schließlich wird noch eine vierte Forststraße überquert und danach geht es zum Wandergrenzübergang Lehmgrubenweg, wo ein Unterstand mit Sitzgruppe zur Rast einlädt. Nach dem Grenzübertritt zunächst der gelb-weißen Markierung folgen, Überquerung der Horizontalstraße (an dieser Stelle befinden sich Markierungsschilder aus Holz). Beim Brunnhäusl (ehemalige Forstdiensthütte und nur noch eine Ruine) dann der grün-weißen Markierung bis zum Čerchov folgen.

Tipp: Mit dem Auto kann man auch bis zur Waffenschleif oder bis zum so genannten "Torspierer" fahren. Damit verkürzt sich dann die Wanderstrecke auf rund fünf Kilometer.

Ausführliche Beschreibung

Die kürzeste Verbindung von deutscher Seite aus zum Čerchov ist der so genannte Čerchov-Steig mit rund 5,5 Kilometern Länge. Dabei bieten sich zwei Startmöglichkeiten. Zum einen als Ausgangspunkt die Waffenschleife beim Anwesen Waffenschleife Nr. 15, hinter dem sich ein Parkplatz befindet. Der Wanderweg ist von hier gekennzeichnet mit Wm 9. Zum anderen können wir die Wanderung auch beginnen beim Wanderparkplatz kurz nach dem Ortsteil Keilbügerl. Von beiden Punkten erreichen wir sehr schnell die Untere Rieselstraße. Vom Keilbügerl aus gehen wir zunächst bis zum Waldrand und biegen auf der Unteren Rieselstraße nach rechts ab. Sehr bald erreichen wir die Stelle, wo von rechts aus Richtung Waffenschleife der Wm 9 kommt. An diesem Punkt verlassen wir die Untere Rieselstraße und gehen in den Wald. Von hier sind es dann nur noch fünf Kilometer bis zum Čerchov. Auf einem Waldweg geht es zunächst leicht bergauf, doch dann nimmt die Steigung zu und kurz bevor wir die zweite Forststraße (die Obere Rieselstraße erreichen) erleichtert uns den Anstieg eine Steintreppe mit einem einseitigen Holzgeländer. An der Straße steht eine Ruhebank, um den sich von dem ersten Anstieg erholen zu können. Wir überqueren die Obere Rieselstraße und hier ist es zunächst im Hochwald recht steinig und der Anstieg hat es auch in sich. Im folgenden Niederwald wird es jedoch bald besser und dort wo die Strecke einen Bogen nach rechts macht, gehen wir nahezu eben dahin, bis wir wieder zu einer Forststraße gelangen. Wir überqueren auch diese und tauchen über eine kleine Steintreppe sogleich wieder in den Wald ein, wo in der Hohlgasse, die ab hier beginnt größere Steinblöcke auf dem Weg liegen. Sie sollten wohl zu Zeiten des Kalten Krieges verhindern, dass jemand mit einem Fahrzeug in die Nähe der Grenze kommt. Ab diesem Abschnitt beginnt auch der siedlungsgeschichtliche Lehrpfad, auf den uns eine Tafel noch vor den besagten Steinblöcken informiert. Nach rund 100 Metern lohnt es sich einen Abstecher nach links zu den Überresten der Kramberger Höfe zu machen. Besonderes interessant sind die Relikte eines Kellergewölbes, das sich noch erhalten hat. Ansonsten ist von den alten Hofstellen nicht mehr viel zu sehen. Wenn wir vom Kellergewölbe wieder nach oben gehen, kommen wir wieder auf den Wanderweg, der durch einen Jungfichten-Bestand führt. Sehr bald erreichen wir die vierte Forststraße, die wir wieder zu überqueren haben. Auf der linken Seit noch der Straße entdecken wir einen großen Ameisenhaufen mit einem grünen Schild. Dieses besagt uns, dass über diesen Ameisenhaufen der Ameisenschutzverein Hirschberg e.V. die Patenschaft übernommen hat. Früher befand sich dieser Ameisenhaufen etwas weiter unten. Doch die große Ameisenfamilie ist weiter nach oben gezogen, hat sich einen sonnigeren Platz ausgesucht. Wenn wir diese vierte Forststraße überqueren, befinden wir uns am „Böhmeck“. Ein verblasstes Schild an einem Baum verweist auf diese Bezeichnung. Der Weg ist aber hier wieder etwas steiniger und es geht leicht bergauf. Doch nicht lange und dann geht es auf einem schönen Waldweg ziemlich eben dahin bis zum Grenzübergang Lehmgrubenweg mit seinem Schildermeer. Eine 1998 errichtete Überdachung mit einer Sitzgelegenheit lädt uns kurz zum Verweilen ein. Diese Hütte wurde später erneuert. Links und rechts von der Hütte sehen wir den mit weiß-blauen Pfählen gekennzeichneten Grenzverlauf. Vor dem Grenzübergang Lehmgrubenweg entdecken wir rechts im Wald Einschnitte im Boden, die an den Lehmabbau erinnern, der hier erfolgt ist.

Ab dem Grenzübergang Lehmgrubenweg – wir haben gut die Hälfte des Weges zum Čerchov zurückgelegt - folgen wir der tschechischen Wanderwegemarkierung, die ab hier in der Farbe weiß-gelb-weiß erfolgt. Der Waldweg, auf dem wir uns befinden, ist im Winter ein Teilstück der 1,5 Kilometer langen Zubringer-Loipe vom Tiefen Graben zum Čerchov-Rundkurs. Kurz bevor wir einen geteerten Forstweg erreichen, steht eine Informationstafel mit der Aufschrift „Hlinita Cesta“. Ein Bild darauf zeigt einen Auerhahn. Die Tafel enthält interessante Informationen über das Landschaftsschutzschutzgebiet „Český Les“, auch in deutscher Sprache.

Beim Überqueren der Straße, die auch ein Teilstück des Radweges Nr. 36 ist, sehen wir auf der rechten Seite eine Wanderwegemarkierung aus Holz. Im Wald steigt das Gelände wieder an. Rund 100 Meter nach der Kreuzung entdecken wir am Wegrand einen Betonring im Boden verankert. Es handelt sich noch um ein Relikt des Kalten Krieges, nämlich um einen Telefonanschluss im ehemals militärischen Gelände. Die Strecke macht dann einen Bogen nach rechts und wir stehen bald vor einer Ruine, dem Brunnhäusl, einer ehemaligen Jagdhütte. An der Ruine befand  sich früher eine kleine Brunnenanlage, aus der munter das Wasser sprudelte. Inzwischen wurde der Brunnen entfernt und die Wasserleitung wurde in den Waldboden verlegt.  Hier biegen wir nach links ab und folgen ab hier der weiß-grün-weißen Markierung bis zum Čerchov. Eine Holztafel an einer Buche sagt uns ebenfalls, dass wir uns am „Bývalá Myslivna“ (ehemalige Jagdhütte) befinden und wir bereits eine Höhe von 900 Metern erreicht haben. Noch haben wir also 142 Höhenmeter zu überwinden. Dem Waldweg folgend erreichen wir wieder einen Forstweg, in den wir nach rechts einbiegen, um nach circa 40 Metern diesen Weg schnell wieder zu verlassen und nach links in eine weitere Forststraße einzubiegen. An der Kreuzung sagt uns eine Markierung, dass wir uns am Kamenná Loučka (Steinwiese) befinden. Wir müssen dann gut aufpassen, denn nach rund 150 Metern ist die weiß-grüne Markierung, die uns nach links in einen Buchenwald führt, leicht zu übersehen. Jetzt wird es nochmals ein wenig anstrengend, bis wir einen Jungfichtenbestand erreichen. Hier nicht verleiten lassen, dem schönen Waldweg zu folgen, denn wir müssen nach rechts in den schmalen Steig einbiegen. Wir kommen sehr schnell zu einer Felsengruppe (genannt Skalka), die wir überklettern müssen, was jedoch keinerlei Probleme bereiten sollte. Jetzt führt der Weg nach unten durch einen Buchenwald, bis wir schließlich die zum Čerchov führende Betonstraße erreichen. Bevor wir diese Straße erreichen, können wir schon durch die Bäume die beiden Türme auf dem Čerchov ausmachen. Ab der Betonstraße sind es nur noch 400 Meter, bis das Ziel erreicht ist. Rund 200 Meter vor dem Čerchov sollten wir noch auf der rechten Seite ein Denkmal beachten, das dem Gendarmen Karel Dvorak gewidmet ist. Der Grenzsoldat ist am 18. Mai 1906 ums Leben gekommen, als er in der Nacht bei einem Streifengang von einem Felsen stürzte, sich den Säbel ins Bein stieß und verblutete. Seitdem wird dieser Platz auch "Zum Gendarmen" genannt.

Streckenlänge: 5,5 km

Markierung: Wm 9, ab Grenzübergang Lehmgrubenweg weiß-gelb-weiß, ab Brunnhäusl („Bývalá Myslivna“) weiß-grün-weiß.

Wanderzeit: Circa 1 ½ Stunden Schwierigkeitsgrad: Mittelschwer.

Höhenunterschied: 512 m

Einkehrmöglichkeiten: In der Berghütte oder im Turmstüberl des Touristenclubs  Domažlice am Čerchov oder in einem Lokal in Waldmünchen.

Von Waldmünchen-Perlhütte zum Čerchov

Ausführliche Beschreibung:

Wir stellen unser Auto auf dem Wanderparkplatz unterhalb des Trattoria Jesolo Waldcafes in Perlhütte ab und dann starten wir los. Wir begeben uns auf den leicht ansteigenden Forstweg (hier starten die Wanderwegemarkierungen Wm4, Wm5, Wm7 und Wm13) und schon nach wenigen Metern entdecken wir rechts im Wald ein Denkmal, das an sieben Personen (Heinrich Weihrauch, Max Riedl, Herta Mohlzahn, Hansjürgen Schön, Werner Ziegfeld, Walter Jakob und Arthur Dockter) erinnert, die in der Zeit vom 26. bis 28. April 1945 in diesem Gebiet gefallen sind (Bild unten).

Nach rund 200 Metern entdecken wir an einem Baum ein schmiedeeisernes Kreuz mit goldener Christusfigur. Darunter eine schön verzierte Tafel mit der Aufschrift „Gelobt sei Jesus Christus“. Zu verdanken ist dieses Zeichen des Glaubens dem Stammtisch „Dö Zünftig’n Waldmünchen“. Dahinter macht eine Infotafel auf den siedlungsgeschichtlichen Lehrpfad aufmerksam. Nach rund 50 Metern verlassen wir die Forststraße und gehen der Wanderwegemarkierung Wm4, Wm5 und Wm13 folgend einen Waldweg, der aber sehr schnell wieder in die Forststraße einmündet. Dann marschieren wir weiter und kommen an einen Punkt, bei dem ein Forstweg nach rechts abbiegt. Wir aber gehen halblinks weiter und kommen nach wenigen Metern zu einer Informationstafel, die uns auf einen alten Berufsstand verweist, auf den des Köhlers. Ein Gedenkstein davor ist Franz Dirndorfer gewidmet, der von 1996 bis 1999 Köhler in Waldmünchen war. Auf diesem Platz, an dem sich im hinteren Teil eine schöne Holzhütte befindet wird seit einigen Jahren im Juli immer ein Kohlenmeiler angezündet.

Bis zum Abräumen des Kohlenmeilers werden vom Waldmünchner Volkstumsverein an vielen romantischen Abenden immer gesellige Veranstaltungen mit musikalischer Begleitung angeboten, deren Besuch sich lohnt. Die Bewirtung ist originell und das Angebot preiswert. Wir folgen ab hier der Markierung Wm4, Wm10 und Wm13 und erreichen als nächstes die Teufelsbrücke (Bild unten).

Hier findet sich auch ein Eisenkunstwerk, das den Teufel darstellt. Das Wasserrad dreht sich unaufhaltsam in gleich bleibendem Rhythmus. Das Wasser plätschert über einen künstlich angelegten Holzdamm. Wir folgen ab hier der Wanderwegemarkierung Wm13 und nun steigt der Weg an. Links von uns hören wir, je nach Entfernung, immer wieder mehr oder weniger stark einen Bach plätschern. Es handelt sich um den Fällerbach, von dem aus unmittelbar bei der Teufelsbrücke der so genannte Stadtbach mittels eines künstlich angelegten Kanals nach Waldmünchen abgeleitet ist .

Wir haben ungefähr 500 Meter nach der Teufelsbrücke zwei Varianten zum Weiterwandern. Entweder wir bleiben auf der Forststraße mit der Rad-Markierung Richtung Arnstein mit der Wanderwegemarkierung Wm13 (Antoniussteig) oder wir biegen nach rechts in eine weitere Forststraße ein, die uns zum siedlungsgeschichtlichen Lehrpfad führt.

Variante 1: Zunächst beschreibe ich den weiteren Weg der Rad-Markierung folgend, später folgt die Beschreibung der Variante 2. Wir folgen weiter dem Bach auf der linken Seite, den wir nach rund 200 Metern überqueren und nun befindet sich der Bach auf der rechten Seite des Weges, der sich langsam in höhere Gefilde schlängelt. An der Stelle, an der der Antoniussteig (Wm13) nach links in Richtung Arnstein abbiegt, gehen wir gerade weiter, nur noch der Radwege-Markierung folgend. Ab hier haben wir noch 4,5 Kilometer bis zum Čerchov und 1,3 Kilometer bis zur Bildlbuche. Wir überqueren wieder den Bach und haben diesen nun wieder zur linken Seite, jedoch ist das Bett des Wasserlaufes nun schon deutlich schmäler. Schließlich kommen wir an eine Kreuzung. Ein Weg zweigt nach links ab, wir aber gehen geradeaus, der Radwegemarkierung folgend. Von rechts kommt ein weiterer Weg, dabei handelt es sich um den siedlungsgeschichtlichen Lehrpfad, von dem wir bei der Variante 2 kommen. Wir gelangen zunächst zu einer Informationstafel auf der linken Seite, die über den Standort der einstigen Wagenhofmühle informiert. Wenig später kommen wir an dem kleinen Schild „Kramberg“ vorbei, das an einem Baum befestigt ist und hier mündet unsere Strecke in einen weiteren Forstweg, den wir überqueren und dann tauchen wir sofort in einen Waldweg ein. Hier befand sich die so genannte Bildlbuche, die jedoch im Mai 2021 gefällt werden musste. Es wurde eine jüngere Buche etwas unterhalb zur Bildlbuche,auserkoren und mit dem Marien-Bild versehen. Davor steht eine Sitzbank mit einer Markierungstafel des Waldmünchner Urlaubslandes dahinter. Am alten Standplatz der Bildlbuche befindet sich ein Altmetall-Kunstwerk (ein „Wasserhahn“) auf einem großen Findlingsstein.

Ab der Bildlbuche – noch 3,2 km bis zum Čerchov gehen wir den bequemen Waldweg weiter bis zu einer Waldwegekreuzung. Hier steht auf der linken Seite eine Wanderwegetafel des „Urlaubslandes Waldmünchner Land“. Der Waldweg, der hier von rechts einmündet, ist der so genannte „Čerchovsteig“, markiert mit „Wm9“. An dieser Stelle biegen wir nach links ab und schon nach wenigen Metern sehen wir eine Unterstellhütte, den Grenzübergang Lehmgrubenweg. Ab diesem folgen wir dem bekannten Weg zum Čerchov, der beim Wandervorschlag „Von Waldmünchen zum Čerchov“ (siehe Seite 5) beschrieben ist.

Variante 2: Wir wollen aber noch auf die Variante 2 verweisen. Rund 500 Meter nach der Teufelsbrücke folgen wir nicht dem Antoniussteig (Wm13), sondern biegen in die Forststraße nach rechts ab zum siedlungsgeschichtlichen Lehrpfad. Die Richtung gibt uns auch eine Wandermarkierungstafel vor. Der Weg wird zunächst recht steil, doch für Wanderer ist dies kein Problem. Unterwegs entdecken wir, kurz bevor wir einen Fichtenbestand erreichen, Überreste der einstigen Aktion „Kunst im Wald“ mit zwei Felsbrocken, von denen beim zweiten Stein ein verblasster Pfeil erkennbar ist. 

Auffällig ist dann ein kurzes Stück weiter auf der linken Seite eine Markierungstafel mit der Aufschrift „Siedlungsgeschichtlicher Lehrpfad“ mit einer Karte. Hier verlassen wir die Forststraße und kommen linker Hand auf einen Wald- und Wiesenweg. Sehr bald gelangen wir zu einem Weiher im Wald.

Auf unserem weiteren Weg sehen wir dann Hinweise auf eine alte Besiedlung, in Form von Bodenmulden und kleinen Resten von Steinmauern: Zunächst kommen wir zum ehemaligen Standort des Wagenhof 1 (Bild unten).

200 Meter weiter folgt eine Hinweistafel auf den Wagenhof 2, zu der auch die Wagenhofmühle 200 Meter weiter gehörte, die sich bereits auf Variante 1 befindet. Beide Objekte sind auch Teil des neuen interessanten siedlungsgeschichtlichen Lehrpfads.

Der erste Hinweis auf den Wagenhof 1 geht auf das Jahr 1654 zurück und der letzte Besitzer war Wolfgang Karl, der die Hofstelle 1861 aufgab und an das königliche Forstärar verkaufte. Bereits im Jahre 1854 war der Wagenhof 2 von seinem letzten Besitzer Georg Bock für 6854 Gulden an das königliche Forstärar verkauft worden. Die Wagenhofmühle gehörte zum Anwesen Wagenhof 2 und sie dürfte nach dessen Verkauf an die Forstverwaltung abgerissen worden sein. Schließlich an der Wegegabelung angekommen, erreichen wir die Stelle, an der von links die Variante 1 des Wandervorschlags heranführt. Hier biegen wir nach rechts ab und marschieren schließlich weiter auf der Variante 1.

Streckenlänge: Je nach Variante zwischen 6,5 und 7 km.

Wegemarkierung: Beide Varianten starten beim Wanderparkplatz Perlhütte mit den Wanderwegemarkierungen Wm4, Wm5, Wm7 und Wm13. Ab dem Kohlenmeilerplatz folgen wir den Markierungen Wm4, Wm10 und Wm13. Ab der Teufelsbrücke folgen wir dem Wm13. Der Wm13 endet bei der Abzweigung nach Arnstein. Varianten 1 und 2 führen schließlich über Zubringer zum Wm 9 und von dort zum Grenzübergang Lehmgrubenweg. Ab dort weiß-gelb-weiße und ab Brunnhäusl weiß-grün-weiße Markierung.

Wanderzeit: Circa 2 Stunden.

Schwierigkeitsgrad: Leichte bis mittelschwere Wanderroute.

Höhenunterschied: 529 m.

Einkehrmöglichkeiten: Am Čerchov, im Trattoria Jesolo Waldcafe in Perlhütte oder in einem der Gasthäuser in Waldmünchen.



Gibacht - Čerchov

Die eigentlich unbeschwerlichste Verbindung zum Čerchov hat ihren Ausgangspunkt am Gibacht. Die einfache Wegstrecke beträgt genau zehn Kilometer. Wenn wir vor dem Berggasthof Gibacht stehen, folgen wir nach links der Forststraße und gleichzeitig auch den Markierungen Wm5 und Fu9, dem Rundwanderweg Gibacht, dem Goldsteig sowie dem Europäischen Fernwanderweg mit dem grünen Dreieck auf weißem Untergrund. Nach der ersten Rechtskurve steigt der Weg leicht an und wir kommen bald auf eine freie Fläche mit Hinweistafeln für den Naturpark Oberer Bayerischer Wald. Hier ist der Ausgangspunkt für das DSV Nordic Aktiv Zentrum Oberer Bayerischer Wald/Böhmischer Wald, das im Juli 2019 seiner Bestimmung übergeben wurde. Hier biegen wir nach links ab und gehen an einer Hütte vorbei mit der Aufschrift „Loipenzentrum Waldmünchen – Furth im Wald“. Nach knapp einem Kilometer entdecken wir auf der rechten Seite einen sechseckigen Pavillon mit einer Sitzgelegenheit.

Hier verlassen wir den Fu9, der nach rechts abbiegt und gehen geradeaus weiter. Dort, wo die Loipen-Trasse eine starke Rechtskurve hat, gehen wir geradeaus weiter, der Markierung Rundwanderweg Gibacht und Goldsteig folgend, bis wir zu einem Felsen mit einem kleinen Schild kommen, auf dem das Wappen des Freistaates Bayern und des Adelsgeschlechts Voith von Voithenberg aufgemalt sind, dazu die Jahreszahl 1803. An dieser Stelle grenzen der Staatswald und die Wälder der Voithenberg’schen Gutsverwaltung aneinander. Die nächste Sehenswürdigkeit folgt bereits nach wenigen Metern. Wir erreichen den Pfennigfelsen, was auch durch ein schönes Holzschild mit entsprechender Bezeichnung zum Ausdruck kommt. Am Felsen entdecken wir eine Halterung aus Metall, durch den sich ein kleines Felsenstück herausklappen lässt. Wenn die Wanderer dort eine Münze ablegen, so sagt der Volksmund, dann wird ihnen garantiert, dass sie wieder gesund an diesen Ort zurückkehren. Vom Pfennigfelsen, der leicht bestiegen werden kann, sollte sich ein Blick ins Waldmünchner Land bieten, der jedoch wegen hoch gewachsener Bäume nun nicht mehr gegeben ist, wie noch vor einigen Jahren. Wir lassen den Pfennigfelsen hinter uns und erreichen sehr bald die deutsch-tschechische Grenze. Das Schild „Landesgrenze“, auf das wir zugehen, verdeutlicht uns dies nachhaltig. Hier biegen wir nach rechts ab und gehen rund 15 Meter entlang der Grenze, bis wir zu einer schönen Unterstellhütte kommen, in deren Mitte sich ein großer Steintisch befindet. Dieser Wanderstützpunkt „Drei Wappen“ wurde 1992 vom Touristikclub Domažlice und der Arbeitsgemeinschaft Further Wanderwegenetz errichtet. In der Unterstellhütte befinden sich zwei Gedenktafeln. Die eine erinnert an Pavel Jelinek, den einstigen Kreisvorsitzenden des damaligen Touristenclubs Chodsko und die andere an den im Jahre 2005 verstorbenen Bürgermeister Reinhold Macho aus Furth im Wald, einen großen Förderer der deutsch-tschechischen Freundschaft. Ferner zeigt ein Foto das Treffen anlässlich des EU-Beitritts Tschechiens im Mai 2004. Wir befinden uns hier am „Drei Wappen“/Tři Znaky in 902 Metern Höhe. In dem mächtigen Felsblock gegenüber der Hütte sind die Wappen des Kurfürstentums Bayern, des Königreich Böhmens und des Herzogtums Pfalz mit der Jahreszahl 1766 eingeschlagen.

Grundlage für diesen Wappenstein ist der Grenzvertrag vom 3. März 1764 zwischen Kaiserin Maria Theresia und dem bayerischen Kurfürsten Max Josef III. von Bayern. In diesem Grenzvertrag wurde der noch heute gültige Grenzverlauf zwischen Bayern und Böhmen festgelegt.

Links von der Hütte tauchen wir in das tschechische Wanderwegenetz ein und folgen ab hier der weiß-grün-weißen Markierung. Wenn wir gut aufpassen, entdecken wir gleich nach dem Grenzübertritt im Wald kleinere Gruben in der Erde, die nun mit Laub und Ästen überdeckt sind. Hier lagen die tschechoslowakischen Soldaten versteckt, um die Grenze zu überwachen. Bei dem Pfad, der sich durch den Wald schlängelt, stellen wir fest, dass er damals sicherlich sehr mühevoll von Menschenhand angelegt wurde. Wir kommen zu einem Vermessungspunkt auf dem steht „STÁTNÍ TRIANGULACE POŠKOZENÍ SE TRESTÁ“ (Staatlicher Vermessungspunkt. Beschädigung wird bestraft). Ab diesem Höhenpunkt führt der Weg steil nach unten, wir verlieren schnell wieder an Höhe. Schließlich kommen wir zu einer Forststraße, in die wir nach links einscheren. Auf dieser Forststraße verläuft im Winter die Loipe vom Gibacht bis zur Sattelhütte (Na Zlomu). Der Weg fällt ganz leicht ab und wir gehen ganz nah an der Grenze entlang, was deutlich wird durch die Schilder „Pozor! Státní Hranice“ (Vorsicht! Staatsgrenze) sowie weiße Pfähle mit einer blauen Ummantelung am oberen Teil (das sind die bayerischen Grenzmarkierungen). An dem Abschnitt, an dem der Weg wieder ansteigt, befinden wir uns im Schutzgebiet Fichtenfels/ Smrčí, was uns ein Schild mit der Aufschrift „Přírodní Rezervace Smrčí“ (Naturschutz-Reservat Fichtenfels) verdeutlicht. Wir bleiben auf dem Weg entlang des Fichtenfelses zur Linken, bis wir zu einer freien Fläche mit einer Kreuzung kommen. Hier steht auf der linken Seite die Sattelhütte (Chata na Zlomu), welche die Wanderer in einer Höhe von 915 Metern gerne zu einer Rast nützen.

Hier ist im Winter der Umkehrplatz für die Skilangläufer, die nach 5,5 Kilometern vom Gibacht kommend wieder zurück zum Ausgangspunkt wollen. Nach der Sattelhütte biegen wir nach links auf eine geteerte Straße ab, weiter der weiß-grün-weißen Markierung folgend. Nach rund 300 Metern ist auf der linken Seite eine freie Fläche, an der seitlich eine Sitzgruppe steht, die zur Rast einlädt.

Früher hat hier eine Tafel darauf aufmerksam gemacht, dass wir am „Pavlíkova Vyhlídka“ (Pavlik-Aussicht) sind. Die Deutschen nennen diesen Punkt auch „Herzogauer Blick“, nachdem sich von hier eine Sicht nach Herzogau mit der Pfarrkirche und dem Pfarrhof sowie in das Waldmünchner und Rötzer Land bietet. Bürgermeister Vaclav Pavlik aus Domažlice hatte 1929 ein 324 Hektar großes Waldstück für seine Stadt erworben.

Wir folgen weiter der Teerstraße und nach rund einem Kilometer müssen wir nach rechts abbiegen und sehen dabei vor uns schon eine herrliche Waldhütte. Die offizielle Bezeichnung ist „Lesní Chata pod vodárnou“ („Waldhütte unter dem Brunnhäusl“) in 875 Metern Seehöhe. Doch sowohl auf deutscher als auch auf tschechischer Seite ist dieses Häuschen viel besser bekannt als „Benda-Hütte“.

Diese liebensvolle Namensgebung verweist auf den ehemaligen Leiter der Städtischen Wälder Domažlice, Forstdirektor Jan Benda, der mit dem Ablauf des Jahres 2021 in den Ruhestand getreten ist. In seiner aktiven Zeit hatte er viele Jahre im Winter an Wochenenden, zur Freude der Skilangläufer, die beheizte Hütte geöffnet und dort wärmende Getränke angeboten. Die Hütte war zu dieser Zeit zu einem stets gut besuchten deutsch-tschechischen Kommunikationszentrum geworden, in dem viele Freundschaften entstanden sind. Bei der Bendahütte befindet sich auch ein Brunnen, aus dem bestes Trinkwasser fließt.

Nur ungern verlassen wir diesen idyllischen Platz. Den Forstweg verlassen wir nach rund 100 Metern und gehen nach links in einen Waldweg, der weiß-grün-weißen Markierung folgend.

Wir kommen nun zur Ruine des Brunnhäusls, von der im Erdboden vergraben eine Wasserleitung zum Brunnen bei der Bendahütte verläuft.

Ab hier folgen wir genau dem Weg, der im Rahmen der Beschreibung über die Tour von Waldmünchen über den Čerchovsteig ab dem Brunnhäusl zum Čerchov führt. 

Streckenlänge: 10 km.

Wegemarkierung: Ab Gibacht Wm5 und Fu9 bzw. Goldsteig-, Fernwanderweg- und Gibacht-Rundwanderweg-Markierung, ab Grenzübergang Drei Wappen/Tři Znaky weiß-grün-weiß.

Wanderzeit: Circa 2,5 – 3 Stunden.

Schwierigkeitsgrad: Einfach bis mittelschwer.

Höhenunterschied: 104 m.

Einkehrmöglichkeiten: Im gemütlichen Berghof Gibacht oder in der Gastronomie am Čerchov.


Hochstraße - Čerchov

Sehr reizvoll ist die Route vom Wandergrenzübergang Hochstraße zum Čerchov. Rund 400 Meter vor dem Wandergrenzübergang Hochstraße befindet sich ein Wanderparkplatz, von dem aus diese Tour gestartet werden kann. Der blau-weißen Markierung folgend wird der "Böhmische Brunnen" (Česka Studánka) erreicht. Dabei handelt es sich um eine gefasste Quelle in 725 Meter Höhe, überdacht mit einem Holz-Pavillon. Von hier beginnt der so genannte "Hanasteig", einem über einhundert Jahre alten Touristenweg. Auf diesem beginnt der Aufstieg über die Ostflanke des Čerchov-Massivs. Je weiter der Weg nach oben führt, umso naturbelassener wird die Umgebung. Abgestorbene Bäume und Felsgruppen säumen den wunderschönen Steig, bis schließlich der Gipfel des Čerchov erreicht ist.

Ausführliche Beschreibung:

Ausgangspunkt dieser Wanderung ist der Wanderparkplatz Schafberg an der Hochstraße. Beim Start sollten wir zunächst noch das herrliche Panorama zum Hohenbogen, zum Osser und Arber genießen. Auf der rechten Seite ist der Dieberg ganz nah. Die Route beginnt auf einer Teerstraße, die zugleich ein Teilstück des Fernradweges (Markierung Nr. 3) zwischen München und Prag bildet. Vorbei an drei Totenbrettern zur Erinnerung an Maria und Heinrich Reimer sowie Franz Reimer und einem Eisenkreuz, kommen wir sehr schnell zum Wandergrenzübergang Hochstraße/Ovčí Vrch. Ab hier begleitet uns zunächst die weiß-grün-weiße und weiß-blau-weiße Markierung.

Kaum haben wir einen Bewuchs links und rechts des Weges passiert, fällt uns auf der rechten Seite ein Denkmal in Form eines Eisengitters mit Stacheldraht ins Auge, wobei sich in der Mitte zwei Eisenstäbe öffnen. Das Denkmal ruft dazu auf: „ÖFFNE AUCH DU DIE GRENZE“. Daneben steht ein Stein mit einer Tafel, auf der die Ehrengäste verewigt sind, die an der Feier zur Erinnerung an das 20-jährige Jubiläum des EU-Beitritts von Tschechien am 6. Mai 2024 teilgenommen haben. Das Denkmal entstand übrigens aus einem gemeinsamen Schulprojekt des Benedikt-Sattler-Gymnasiums Bad Kötzting und des J.Š. Baar-Gymnasiums Domažlice. 

Kurz danach steht auf einer Lichtung eine Sitzgelegenheit, ehe wir wieder für ein Teilstück in den Wald eintauchen, wobei sich aber durch die Bäume und Sträucher bereits ein schöner Ausblick bietet. Wir kommen bald an einen Abschnitt, an dem dann eine freie Sicht geboten ist, mit Blick nach Folmava/Vollmau. Das Bild des Grenzübergangs hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt.

Nach rund 100 Metern führt die Straße wieder in den Wald und wir kommen an eine Stelle, an der von rechts die Stromleitung aus Folmava heraufführt, die weiter geht nach Bystřice/Fichtenbach und schließlich den Čerchov hinauf. Schließlich kommen wir an eine Kreuzung. Auf der rechten Seite befindet sich ein Mobilfunkmast, vor uns eine Wanderwegemarkierung. Der Radweg führt rechts nach unten nach Folmava, wir aber biegen dem Schotterweg folgend links nach oben ab, wobei uns hier für ein kurzes Stück eine weiß-blaue, eine weiß-grüne und eine gelb-weiße Markierung begleiten. Nach rund 100 Metern führt die weiß-grüne Markierung gerade aus weiter, wir aber folgen im rechten Winkel der weiß-gelben und weiß-blauen Markierung und der Weg wird nun etwas steiler. Alte Kirschbäume im Wald dürfen als Zeugen dafür angesehen werden, dass hier einmal Häuser gestanden sind. Die Natur hat sich aber hier fast alles zurückgeholt. Oben angekommen, führt der Weg auf einer Teerstraße nach links weiter. Jetzt haben wir nur noch die weiß-gelb-weiße Markierung. Der niedrige Bewuchs entlang der linken Wegseite verdeutlicht uns, dass sich hier einmal der militärische Sperrzaun befunden hat. Wir kommen an eine Querstraße, in die wir nach rechts einbiegen. Links und rechts der Straße sind Betonsockel, von Unkraut überwuchert. Bei der nächsten freien Fläche zeigt uns ein weiß-gelber Richtungspfeil an, dass wir die Straße verlassen und uns nach links auf einen Waldweg begeben, der bald ansteigt. Vor einer Markierungstafel müssen wir nach links hoch und sehen vor uns schon den Česká Studánka/Böhmischen Brunnen mit seinem Altan,  der nach der Grenzöffnung vom Touristikclub Domažlice wieder hergerichtet wurde. Dieser Altan wurde im Jahr  2025  erneuert. Es lohnt sich, hier eine Rast einzulegen.

Ab hier beginnt auch der Hanasteig, der im Jahre 1901 von dem damaligen Bürgermeister und KČT-Sektionsvorsitzenden Petr Hana angelegt wurde. Auf einem Stein ist eingraviert „Hánova Cesta“ und die Jahreszahl 1901.

Über eine künstlich angelegte Treppe gelangen wir schnell auf eine Forststraße, der wir ein kurzes Stück nach links folgen, die wir jedoch nach 40 Metern schon wieder in nördliche Richtung der weiß-blau-weißen Markierung folgend verlassen. Das Gelände steigt nun wieder an und auch hier beweist uns der niedrige Baumbewuchs auf der linken Seite, dass hier einmal der Eiserne Vorhang das militärisch genutzte Čerchov-Areal absicherte. Durch einen schmalen Durchgang gehen wir quasi durch den ehemaligen Eisernen Vorhang und erreichen wieder eine Forststraße, auf der es nach rechts steil nach oben geht. Oben angekommen gelangen wir erneut auf eine Forststraße. Dies ist der Rundkurs der Čerchov-Loipe, der aus Richtung Sattelhütte/Na Zlomu herführt. Hier sind wir am Punkt „Rajská“ (Paradies) auf 830 m. Auf einer Informationstafel erfahren wir Interessantes über die Fauna und die Tierwelt am Čerchov.

Hier gehen wir nach oben in den Wald, weiter der weiß-blau-weißen Markierung entlang. Hier folgt nun der steilste Abschnitt dieser Wanderung. Bei warmen Temperaturen kommen wir ganz schön ins Schwitzen. Haben wir diesen Anstieg geschafft, geht es leichter weiter. Im Wald entdecken wir immer wieder Baumstümpfe als Totholz für Insekten. Wir kommen linker Hand an einer ersten Felsenwand vorbei und danach beginnt der schönste Teil des Hanasteiges, denn wir müssen immer wieder die von Menschenhand angelegten Steintreppen bewältigen Der Weg schlängelt sich durch den Wald. Mal geht es die Steintreppen hoch, danach geht es wieder leicht nach unten. Die Männer müssen damals schon schwer geschuftet haben, als sie diesen Weg mit den schweren Steinen anlegten. So etwas wäre wohl heutzutage undenkbar. Nachdem wir zwei massive Steinblöcke passiert haben, wird der Hanasteig immer wildromantischer. Wir passieren den Kleinen Čerchov, ein Felsenmassiv mit wunderschön angelegten Steintreppen. An diesem Platz durfte ich einmal auf Einladung des damaligen Forstdirektors der Städtischen Wälder Domažlice und Vizebürgermeisters von Klenčí pod Čerchovem, Jan Benda, an einer für mich ungewöhnlichen Hochzeit teilnehmen. Der Weltmeister im Hundeschlitten-Rennen, Petr Hubka aus Domažlice, heiratete dort seine Renata Hauserova aus gutem Grund. Seine Trainingsläufe absolvierte er rund um den Čerchov, deshalb hatte er auch seine Hunde zur Hochzeit mitgebracht. Von hier ist es nicht mehr weit zu unserem Ziel, dem Čerchov.

Vor uns baut sich noch ein Felsenblock auf, den wir links liegen lassen und gleich nach diesem Felsen biegt der Weg nach links ab. Wir gehen noch einmal über ein paar Steinstufen und einige Meter vor dem eigentlichen Čerchov-Areal war früher eine Umzäunung mit Betonplatten und Stacheldraht. Hier besteht im Frühjahr, Herbst oder Winter bereits leichter Blickkontakt zum Aussichtsturm und der neuen Berghütte. Wir marschieren aber der weiß-blauen Markierung nach rechts abbiegend zum offiziellen Eingang des Čerchov-Areals an der nördlichen Seite, wobei wir noch an einem Holzkreuz auf einer Wiese vorbeikommen.

Früher gab es ein Loch in der Umzäunung des Čerchov-Areals, von wo aus man den Aussichtsturm sehen konnte. Diesen Anblick gibt es nun nicht mehr, doch ich möchte ihn mit diesem Bild in Erinnerung rufen.  Von hier konnte man kurz nach den letzten Steintreppen schnurgerade ins Čerchov-Areal marschieren. Dieses Loch wurde von den Deutschen auch „Faschingbauer-Loch“ genannt. Warum? Der Sohn des früheren Landrats von Domažlice, Hynek Faschingbauer, hatte hier, als die Leute wieder das Čerchov-Gelände betreten durften, die Betonplatten kurzerhand mit den Füßen eingetreten und somit für eine kleine Abkürzung gesorgt.

Streckenlänge: Circa 8 km.

Wegemarkierung: Weiß-grün-weiß, weiß-gelb-weiß, weiß-blau-weiß

Wanderzeit: 2,5 bis 3 Stunden

Schwierigkeitsgrad: Mittelschwer bis durchaus anspruchsvoll.

Höhenunterschied: 519 m.

Einkehrmöglichkeiten: Am Čerchov oder nach der Rückkehr in einer der Gaststätten in Furth im Wald.

Vom Arnstein zum Čerchov - Tour 1

 

Alle weiteren Touren entnehmen Sie bitte meinem Wanderführer "Der Čerchov ist immer das Ziel", den ich im Jahre 2012 herausgebracht habe und der im Jahre 2025 anlässlich der Eröffnung der neuen Berghütte am Čerchov aktualisiert wurde. Dieser ist in  den Touristinformationen   Furth im Wald und Waldmünchen zum Preis von  10 Euro  erhältlich. In dem Wanderführer sind insgesamt 14 Touren beschrieben.  

 

 

 





Radltouren in Böhmen

Partnerstädte Furth im Wald und Domažlice mit einem Radweg verbunden

Die letzten Arbeiten wurden Ende September/Anfang Oktober 2010 an dem neuen Radweg vom Grenzübergang Hochstraße bis nach Domažlice verrichtet, der künftig die böhmische Partnerstadt mit Furth im Wald verbindet. Es wurden dabei die letzten Bankette im Abschnitt Höhe Česká Kubice bis nach Babylon befestigt. Was fehlt ist jetzt nur noch die Beschilderung, die demnächst erfolgen soll. Die neue Trasse führt zum Teil auf alten Rad- und Forstwegen, die frisch geteert wurden. In manchen Abschnitten wurde die Trasse aber auch ausgekoffert, mit einer dicken Schotterschicht versehen und ebenfalls geteert.

Die Witterung war ja zuletzt nicht mehr gerade einladend für Radlertouren, doch im Oktober werden sicherlich auch noch einmal Sonnentage kommen, bei denen die neue Strecke getestet werden kann. Viele Radfahrer konnten es zuletzt schon gar nicht mehr erwarten, bis der Radlweg fertig war. Insbesondere tschechische Radler waren auf der Strecke schon unterwegs, als diese erst geschottert und damit der Weg in manchen Abschnitten recht beschwerlich war.

Ich bin den neuen Radweg abgefahren. Als Ausgangspunkt habe ich den Wanderparkplatz Schafberg an der Hochstraße genommen, von dem sich ein herrlicher Ausblick zum Hohenbogen-Massiv, dem Osser und Arber bietet. Bevor wir über den Wandergrenzübergang Hochstraße ins Böhmische hineinfahren, bietet sich uns ein erster Blick auf Folmava/Vollmau. Wir überqueren die Straße, die von Folmava nach Bystřice führt und tauchen für ein kurzes Wegstück in den Wald ein, um dann sehr schnell wieder freie Sicht nach Folmava zu haben, ehe wir erneut in den Wald untertauchen. Bei der Wanderwegemarkierung "Nad Folmavou" (523 Meter) biegen wir nach rechts ab und erreichen auf abschüssiger Straße (hier ist Vorsicht geboten) die ersten Häuser von Folmava, wo wir links weiterfahren. Wir kommen zu einem Kurvenbereich, wo wir die erste kleine Steigung bewältigen müssen, die an dem bekannten Gasthaus "U Mlynare" vorbei führt. Oben angelangt führt die Trasse quer über eine Wiese in den Wald, an dessen Eingang sich rechts unten ein kleines Häuschen befndet. Wir überqueren bald die Kalte Pastritz und von hier sind es rund 60 Meter, bis die nächste Straße kreuzt. Hier geht es zunächst nach links und dann biegen wir gleich wieder nach rechts ab und nach einem leichten Anstieg gelangen wir zum Oskar Kögler-Rastplatz. Die Städtischen Wälder Domazlice unter Leitung von Forstdirektor Jan Benda haben diesen Platz einem großen Förderer der deutsch-tschechischen Freundschaft gewidmet.

Vor der Sitzgruppe biegt der Weg nach rechts in Richtung Česka Kubice ab, auf dem wir nur rund 150 Meter bleiben. Dann führt die Trasse nach links über den Pastritzkanal und nach einer Linkskurve, der sofort eine Rechtskurve folgt, geht es geradeaus durch den Wald, bis die nächste Querstraße folgt, in die wir nach rechts einbiegen und dann fahren wir hinunter, bis wir kurz vor dem Hotel Bohmann nach links in den alten Radweg Richtung Havlovice einfahren. In Höhe der nördlichen Seite des Freibades in Babylon hat der Radler nun zwei Möglichkeiten nach DomaŽlice zu gelangen. Entweder er bleibt auf dem Radweg bis in Höhe der Bahnlinie nach Babylon beim Restaurant Hadrovec und begibt sich dort auf die Hauptstraße, zweigt dann in Richtung Havlovice und DomaŽlice ab, um kurz vor Havlovice diese Straße in Richtung Pasečnice zu verlassen. Nach 100 Metern führt der Weg nach links in den bereits im Jahre 2006 erbauten Radweg nach DomaŽlice, der zunächst durch den östlichen Teil der Ortschaft Havlovice führt.
Zweifelsohne reizvoller ist die Varante, nach dem Gebäude beim Strandbad in Babylon auf dem Fußgängerüberweg die Straße zu überqueren (Vorsicht geboten) und rechts einen Blick auf den See zu werfen.Wir folgen hier der grün-weißen Wandermarkierung und entdecken auf der linken Seite bald einen Holzsteg, über den wir in den Wald eintauchen und der Beschilderung 3 a folgen. Ab hier ist der Weg nur mit einem Frostschutz versehen. Wir fahren bald durch ein Viadukt, beim Pastritzkanal queren wir einen Holzsteg und kamen bald zu einer Sitzgruppe, die sich zu einer Rast anbietet. Ab hier ist der Radweg wieder geteert. Wir halten uns hier links und gelangen bald zur Straße Richtung Pasenice. Dort biegen wir nun, dem Radweg Nr. 3 folgend, links ab, fahren nochmals durch ein Viadukt und erreichen schließlich auf der rechten Seite den im Jahre 2006 erbauten Radweg nach Domažlice, den wir bereits bei der ersten Variante erwähnt haben. Auf der linken Seite steht unten das Restaurant "Nemanský Mlýn" und bevor wir wieder in den Wald eintauchen, entdecken wir am rechten Waldrand Holzfiguren, die vor Jahren bei einem
Holzsymposium in Domazlice entstanden sind. Über eine herrliche Allee erreichen wir schließlich Domazlice und können dort noch eine Rundfahrt starten, ehe wir wieder die Heimfahrt antreten und die Gasthäuser an der Strecke zu einer Einkehr nützen.

Radler-Paradies beim böhmischen Nachbarn

Der ehemalige Leiter der Städtischen Wälder Domažlice, Forstdirektor Jan Benda, war bekannt dafür, dass er stets ein offenes Ohr hat für die Belange der Wanderer, Radfahrer und Skilangläufer und damit auch für den grenzüberschreitenden Tourismus hat. Dafür wurden die Städtischen Wälder Domažlice mit ihren fast 4000 Hektar Fläche nach dem Wegfall des Eisernen Vorhangs auch entsprechend geöffnet.

Das grenzüberschreitende Skiwandergebiet Gibacht/Čerchov trägt mit die Handschrift von Jan Benda. Er hat auf der tschechischen Seite zahlreiche Verbesserungen mit veranlasst, wie zum Beispiel die Verbreiterung der Langlauf-Trasse in der Nähe des Grenzübergangs Lehmgrubenweg oder aber das Aufbringen von Abbruchmaterial im Bereich Fichtenfels. Die Wanderer und Radfahrer verbinden die Städtischen Wälder Domažlice sicherlich in erster Linie mit dem Gebiet um den Čerchov, mit 1042 Metern die höchste Erhebung des Böhmischen Waldes, der immer eine Herausforderung für die Freizeitsportler darstellt.

Die Städtischen Wälder Domažlice beinhalten aber auch das landschaftlich reizvolle Gebiet zwischen Babylon, Pasečnice, Domažlice und Havlovice, das bei Wanderern und Radfahrern sicherlich noch weniger bekannt ist. Forstdirektor Jan Benda hat mich kürzlich durch dieses Gebiet begleitet und ich war überrascht, was es hier alles zu entdecken und zu erleben gibt.
Der Radweg beginnt von Furth im Wald kommend unmittelbar nach dem Freibad in Babylon (gleich nach dem rötlichen Gebäude). Es kann aber auch hinter dem Hotel Praha, nachdem man die Bahnlinie überquert hat, in den neuen Radweg eingestiegen werden. Die Fahrrad-Trasse führt durch die Babyloner Wälder nach Domažlice. Wen wundert es, dass viele Bürger aus Domažlice inzwischen mit dem Fahrrad zum Freibad in Babylon fahren.

Wie Forstdirektor Jan Benda wissen ließ, wurde der Radweg in den Jahren 2006 und 2007 gebaut. Wo es nötig war, wurden Holzbrücken gebaut, schöne Rastplätze eingerichtet oder neue Trassen gezogen beziehungsweise vorhandene entsprechend verbreitert. Dieser wunderbare, weitgehend geteerte Radweg bietet Einheimischen wie Gästen der Stadt Domažlice eine bequeme und sichere Verbindung in das Erholungsgebiet in Babylon. Teilweise führt der Radweg an dem alten Pastritzkanal entlang. Ferner kommt man immer wieder nahe an die Bahnlinie heran und kann dann die Unterführungen bewundern, die mit großen Steinen von italienischen
Bahnarbeitern errichtet wurden. Auf der Strecke findet der Radfahrer aber auch Holzskulpturen, die im   Rahmen des internationalen Bildhauersymposiums Tusta Lignea in Domažlice geschaffen wurden. An dem Symposium hatten sich die Künstler Václav Fiala, Tomáš Tichý, Pavel Mizera, Zdeněk Tomanek (alle Tschechien) sowie Hermann Gschaider aus Österreich beteiligt.

Die neuen Radlwege durch die Babyloner Wälder führen auch vorbei an Weihern, die mitten im Wald liegen und bieten herrliche Fotomotive. Aber auch schöne Aussichtspunkte bereichern diese Wege in diesem Radler-Paradies. Kurz vor Domažlice kommt der Radler an einem Platz vorbei, an dem früher eine stattliche Skisprunganlage stand. Historische Bilder auf einer Tafel beweisen, dass dort einmal lebhaftes Treiben herrschte. Der weiteste Sprung lag bei 44 Metern.

Forstdirektor Jan Benda, immer um eine gute bayerisch-böhmische Nachbarschaft bemüht, wünscht sich, dass auch die Radfahrer aus Furth im Wald und Umgebung diese neuen Radwege kennen lernen und sich von der reizvollen Landschaft begeistern lassen.

Karten mit den eingezeichneten neuen Radwegen gibt es   in der Tourist Information Furth im Wald. Diese sind übrigens dreisprachig
(Tschechisch, Englisch und Deutsch).

Karl Reitmeier
Naturfreund

93449 Waldmünchen, Lengau 16
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