Ein Fenster in die nostalgische Vergangenheit

Zweiter Bildband von Zdenek Prochazka mit alten Fotos aus Bischofteinitzer Region und Böhmischen Wald

Ein absoluter Renner war Anfang des Jahres 2011 der zweisprachige Bildband „Was mit der Zeit verschwunden ist“ (Co Odnesl Cas) des Heimatforscheres und Herausgebers Zdenek Prochazka aus Domazlice, in dem er einmalige historische Fotos der Tauser und Neugedeiner Region präsentiert hatte. Was er bereits damals angekündigt hatte, liegt nun genau ein Jahr später vor: Der Band 2 des Buches „Was mit der Zeit verschwunden ist“.  In dem exzellent aufgemachten Buch sind auf 192 Seiten rund 300  zum Teil sehr seltene alte Bilder von Ortsansichten und Personen diesmal aus der Bischofteinitzer Region sowie dem  Böhmischen Wald in hervorragender Qualität abgelichtet. Die Fotos sind überwiegend  in den Größen 28 mal 19 Zentimeter, die ein interessantes Fenster in die Vergangenheit darstellen.

Dem erfolgreichen Autor von zahlreichen geschichtlichen Werken aus der Partnerstadt Domazlice war es ein großes Anliegen, dass alte Fotos nicht in irgendwelchen Schubladen verstauben oder in Museen in Kartons verkümmern, sondern der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der zweite Band zum Thema „Was mit der Zeit verschwunden ist“ wirft wie schon beim ersten Werk  wieder einen Blick in die nostalgische Vergangenheit der Region. Diesmal handelt es sich um das Gebiet des ehemaligen politischen Bezirks Bischofteinitz/Horsovsky Tyn. Aus heutiger Sicht ist dies der nördliche Teil des Kreises Domazlice mit den Städten beziehungsweise  Orten Horsovsky Tyn, Holysov, Stankov, Pobezovice, Hostoun, Bela nad Radbuzou und weiteren Ortschaften. Viele der aufgenommen Orte liegen oder lagen an der böhmisch-deutschen Grenze im Zentralteil des Böhmischen Waldes (Cesky Les).  Da sich das in diesem Buch dargestellte Gebiet zum großen Teil im ehemaligen Sudetenland befand, sind viele  Ortschaften nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung in den Jahren 1945/46 dem Erdboden gleichgemacht worden. „Die Fotografien erfassen sie jedoch noch voller Idylle des anfangenden 20. Jahrhunderts“, bemerkt der Herausgeber in seinem Vorwort.

Für sein neuestes Werk hat Zdenek Prochazka die ältesten und am besten erhaltenen Fotos ausgesucht, die er der Zeitspanne von 1910 bis 1920 zuordnet.  Gedruckte Ansichtskarten hat der Heimatforscher nur  ausnahmsweise verwendet, weil er sich diesen noch  in einem weiteren Verlagsprojekt annehmen möchte. Einigen Aufnahmen hat Prochazka Vergleichsbilder beigefügt, die er  den 70-er und 80-er Jahren des 20. Jahrhunderts selbst aufgenommen hat.

Das neue Buch beinhaltet im Einleitungsteil eine Besonderheit, nämlich eine einmalige Daguerrotypie von Peter Kohlbeck aus der Zeit um 1850. Es handelt sich um das älteste vom Autor signierte fotografische Werk Böhmens aus dem Exterieur. In dieser bisher nicht lokalisierten aufnahmen konnte Prochazka vor kurzem das so genannten Schlösschen  in Kdyne/Neugedein entdecken, wodurch sie speziell für diese Region sehr wertvoll geworden ist.

Auf der Suche nach den Originalen der Fotos  ist Prochazka nicht nur in diversen Museen im Nachbarland, sondern auch im Archiv des Heimatkreises Bischofteinitz in Furth im Wald fündig geworden. Die meisten in dem Buch abgedruckten Fotos stammen vermutlich von dem Bischofteinitzer Fotografen Ignaz Kranzfelder. Einige Fotos, auf denen Bischofteinitz erfasst ist, werden dem Bezirkshauptmann Benno Petule zugeordnet. Für den Autor der Bilder  aus Stankau und Umgebung hält Prochazka den Fotografen Frantisek Pavlik. Etliche Bilder stammen auch von Josef Wolf aus Cesky Krumlo/Böhmisch Krumau, der mit seinem Fotoapparat ganz Süd- und  Westböhmen durchwandert hatte. Zur Verfügung gestellt wurden Zdenek Prochazka die Bilder zum Teil auch von Privatsammlern. Von der deutschen Seite waren dies unter anderem Josef Brix, Hans Laubmeier, Wolfgang Schöntag, Josef Simon und Franz Wurm, von der tschechischen Seite von Ladislav Kupka. Dazu kamen Bilder aus der Fotosammlung des Autors.

Den Band 2 des Werkes „Was mit der Zeit verschwunden ist“ ziert auf der Vorderseite eine Ansicht  von Bischofteinitz  um das Jahr 1910. Auf der Rückseite  sind zwei Ansichten des Bischofteinitzer Schlossparks, ebenfalls um 1910,  zu bewundern.

 

Erhältlich ist der Fotoband ab sofort bei der Druckerei  Perlinger in Furth im Wald  in der Rosenstraße zum Preis von 22 Euro. Ich kann Ihnen diesen Bildband aber ebenfalls  über Herrn Prochazka gerne auch  besorgen.

Info: Der Bildband enthält historische Fotos unter anderem aus Bischofteinitz/Horsovsky Tyn, Weißensulz/Bela nad Radbuzou, Tschirm/Cermna, Franzelhütte/Francina Hut, Holeischen/Holysov, Hostau/Hostoun, Kamenzen/Kamenice, Karlbachhütte/Karlova Hut, Haselberg/Liskovec(bei Heiligenkreuz),  Lucina/Grafenried, Schwanenbrückl/Mostek, Muttersdorf/Mutenin, Stockau/Pivon, Plöss/Ples, Ronsperg/Pobezovice, Waier/Rybnik, Schmolau/Smolov, Stankau/Stankov, Althütte/Stara Hut, Schüttwa/Sitbor, Schwarzbach/Svarcava, Eisendorf/Zelezna.

 


Sagen und Legenden aus Westböhmen

Die bekannte chodische Schriftstellerin Marie Korandova, die  durch ihre bisherigen Veröffentlichungen, wie den Roman „Wahl des Professors Klostermann“ oder „Der Doktor von Neumark kehrt heim“ (Vserubsky Doktor se vraci)  große Aufmerksamkeit erworben hat,  präsentierte kürzlich in der Wissenschaftlichen Bibliothek in Pilsen ihr neuestes Werk „Povesti  a legendy zapadnich Cech“ (Sagen und Legenden  aus Westböhmen).

Zur feierlichen Buchpräsentation war auch Jürgen Kögler aus Furth im Wald eingeladen, der jedoch wegen eines anderweitigen Termins absagen musste. Mit zu den Gästen gehörte auch der Direktor der Städtischen Wälder Domazlice, Jan Benda. Die Besucher  wurden von der Projektleiterin und Freundin der Schriftstellerin, Vlasta Noskova willkommen geheißen.

Neben der Autorin waren  auch die Malerin Marie Lacigova, die für die künstlerische Ausgestaltung des  Buches verantwortlich zeichnete, sowie    PhDr. Marta Ulrychova von der Westböhmischen Universität  gekommen. Marie Korandova stellte ihr Werk kurz vor und danach las Martina Samkova aus dem Buch. Anschließend entwickelte sich eine Diskussion, in dem auch die Werke  des Heimatforschers und Volkskundlers  Josef Blau  aus Neuern ein breites Thema waren. Auch Jan Benda steuerte interessante Beiträge zur Diskussion bei.

Musikalisch und gesanglich wurde die Buchpräsentation ausgezeichnet umrahmt von  Tadeas Forberger (Klavier) von Musikkonservatorium Pilsen und Josef Stefan (Gesang) vom  Musikkonservatorium Prag und Basel.

Das Buch „Povesti  a legendy zapadnich Cech“, das es jedoch vorerst nur in tschechischer  Sprache gibt,  ist zum Preis von 298 Kronen (rund zwölf Euro) zu bestellen beim Verlag „Nava Tisk spol.s.r.o, Hankova 6, 301 00 Pilsen, Tel. 00420/377 328 008 beziehungsweise per e-Mail unter: navatisk@navatisk.cz

 

Alte Fotos erzählen Geschichten und sind wie ein interessantes Fenster in die Vergangenheit. Dem  Heimatforscher und Herausgeber Zdenek Prochazka aus der Partnerstadt Domazlice, erfolgreicher Autor  von zahlreichen geschichtlichen Werken, war es ein großes Anliegen, dass alte Fotos nicht in irgendwelchen Schubladen verstauben oder in Museen in Kartons verkümmern. So präsentierte er  kürzlich sein neuestes zweisprachiges Buch „Co odnesl cas 1“, zu Deutsch „Was mit der Zeit verschwunden ist 1“. Der erste Teil des überaus gelungenen  Bildbandes beinhaltet  zum Teil bisher unbekannte historische Fotos aus der Tauser und Neugedeiner Region und dem Chodenland. Das exzellent aufgemachte Buch enthält  auf 207 Seiten  über    250  Bilder, überwiegend  in Größen  von 28 x 19 Zentimeter.

 Das  erste Werk (zwei weitere sollen noch folgen) ist sicherlich eine Fundgrube für  alle, die an historischen  Fotos interessiert sind, auf denen die gute alte Zeit  dokumentiert ist.  Für die Zweisprachigkeit seines Buches hat sich Zdenek Prochazka nicht zuletzt auch deshalb entschieden, weil viele der Fotos in einer Zeit entstanden sind, wo in dieser Region Deutsche und Tschechen noch eng verwurzelt waren. Ein weiterer Grund, das Buch auch in deutscher Sprache erscheinen zu lassen, war die Tatsache, dass Zdenek Prochazka bei der Suche nach den historischen Aufnahmen auch von  deutschen Freunden Unterstützung erhielt. Der überwiegende Teil der Aufnahmen stammt vom Ende des 19. Jahrhunderts. Einige Bilder wurden in den Jahren 1880 und 1890 gemacht.

Fündig geworden ist Zdenek Prochazka bei der Suche nach den alten  Fotos  im Chodenmuseum in Domazlice, im Westböhmischen Museum in Pilsen und im Landeskundlichen Museum Dr. Hostas in Klatovy.  Zugrückgreifen konnte er aber auch auf  Bilder aus seiner Privatsammlung sowie  auf Leihgaben von Einzelpersonen aus Tschechien und Deutschland.

Das Buch wurde  vom Verlag des Böhmischen Waldes (Eigentümer ist Zdenek Prochazka) herausgegeben. Es handelt sich dabei um ein Album mit den ältesten heimatkundlichen Fotografien, auf denen Blicke in Städte und Dörfer sowie Örtlichkeiten des ehemaligen politischen Bezirks Domazlice dokumentiert sind.  Ausgewählt hat der Autor, der im bayerischen Grenzgebiet und darüber hinaus bereits einen hervorragenden Ruf genießt und im vergangenen Jahr mit dem Waldschmidtpreis ausgezeichnet wurde, Fotos, welche die entsprechende Qualität für eine Vergrößerung hatten. Ferner ging es Prochazka auch darum, angeben zu können, um welche Zeit das jeweilige Foto entstanden ist. Auf jüngere Fotos oder alte Ansichtskarten hatte der Heimatforscher absichtlich nicht zurückgegriffen. Einen großen Wert hat er auf die genaue Identifizierung und Lokalisierung   der jeweiligen Aufnahmen und die  dargestellten Objekten gelegt. Mit dem Buch in der Hand kann der Leser durchaus die einzelnen Orte besichtigen und die Veränderungen begutachten.

So sind in dem Buch unter anderem zu finden alte Bauernhäuser, malerische Höfe,  erhabene Stadthäuser oder längst vergessene Gassen.  „Beim Blick auf die Fotos bin ich immer wieder dem Zauber der vergangenen Zeit erlegen“, gesteht Zdenek Prochazka.

Bedauerlich findet es der erfolgreiche Verleger, dass er den Autoren der schönen Aufnahmen nur wenig Platz in dem Buch widmen konnte. Trotz großer Bemühungen habe er nur wenige der Bilder autorisieren können. Einige der Fotos stammen  aber von dem bekannten Tauser Fotografen Josef Tauber senior.   Taubers Nachfahren haben Prochazka Aufnahmen aus dieser Sammlung zur Verfügung gestellt.  

Der Bildband enthält historische Fotos aus rund 70 verschiedenen Orten, unter anderem auch  aus Domazlice, Babylon,   Bystrice, Capartice, Cerchov, Ceska Kubice, Folmava, Chodov, Dily, Kdyne, Klenci pod Cerchovem, Kout na Sumava, Liskova, Mrakov, Pec pod Cerchovem, Postrekov, Ryzmberg, Thranov, Ujezd und Vseruby.

Das Buch ist zum Preis von 20,80 Euro bei Perlinger Druck in Furth im Wald, Rosenstraße,    erhältlich.

Ich kann Ihnen diesen interessanten Bildband gerne besorgen.

 


Vom Sterz bis zum Kartoffelldotsch

Traditionelle Gerichte des böhmisch-bayerischen Grenzgebietes  werden auf rund 95 Seiten in einem Buch präsentiert, das  in der historischen Schenke  „U Meluziny“ (Zur Melusine) in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste präsentiert wurde. Es  ist ja hinlänglich bekannt, dass die böhmische und bayerische Küche im  Grenzgebiet  viele Gemeinsamkeiten aufzuweisen hat.  Wer dieses zweisprachige Buch mit den zahlreichen Rezepten für Suppen, Hauptgerichte, Soßen, Beilagen, Süßigkeiten und Schmankerl durchblättert, der kann dies nur bestätigen.

 Die Rezepte zusammengetragen hat in mühevoller Kleinarbeit der Leiter des Chodenmuseums in der böhmischen Partnerstadt Domazlice, Josef  Nejdl. Herausgegeben wurde das Buch im  „Verlag des Böhmischen Waldes“ von Zdenek Prochazka, der sich  durch zahlreiche Buchveröffentlichungen auch auf deutscher Seite schon  einen hervorragenden  Ruf  erworben hat.  Er hat auch die Fotos von den Speisen gemacht. Die Übersetzung des Buches erfolgte durch Marie Schöntag,  vielen noch besser bekannt unter dem Mädchennamen Bretlova. Die grafische Gestaltung des Werkes erfolgte durch Jana Slechtova.

Zur Buchpräsentation hatten  sich auch der Leiter des Wallfahrtsmuseums Neukirchen  b. Hl. Blut,  Günther Bauernfeind sowie die Gebrüder  Penzkofer vom Gasthaus „Zur Post“   in Eschlkam und Bürgermeister Miroslav Mach (Domazlice) eingefunden. Das Buch enthält auch einige historische  Fotos, die vom Chodenmuseum sowie vom Archiv der Stadt Furth im Wald und dem Wallfahrtsmuseum in Neukirchen b.Hl. Blut zur Verfügung gestellt wurden. So entdecken wir in dem Buch auch zwei historische Fotos vom Brotbacken in Ränkam.

Josef Nejdl ließ  wissen, dass die Idee zu diesem Kochbuch schon vor zehn bis zwölf Jahren geboren wurde.  Eine Gruppe von Japanern sei in das Chodenland gekommen und habe sich interessiert für die Tracht, die Volksmusik und die Keramik, aber auch für Speisen des Chodenlandes. „Für die Tracht, die Volksmusik und die Keramik hatten wir etwas zu bieten, nicht aber für Gerichte“, sagte Nejdl.

Aus diesem Grunde wurden eines Tages die alten Omas aus dem Dorf Thranov und der Umgebung in das Gasthaus „U Svata Jana“ in  Thranov eingeladen. Sie hatten ihre Rezepte mitgebracht, die schließlich von Josef Nejdl dokumentiert wurden.  Bei seinen Recherchen im Archiv in Bischofteinitz fand  der Leiter des Chodenmuseums ein interessantes Buch über die Volksküche in Ronsperg/Pobezovice und Umgebung mit traditionellen Rezepten.  Schließlich entstand nun daraus ein interessantes Werk mit Rezepten aus dem Chodenland, dem Sudetenland und aus der bayerischen Grenzregion.

Josef Nejdl  macht darauf aufmerksam, dass bei den Volksküchen auch immer Raum gelassen werden muss für die Phantasien der Köchinnen. Jede Hausfrau koche etwas anders. Aus diesem Grunde würden bei einigen Rezepten auch die genauen Angaben von Zutaten fehlen.  Bei seinen Fragen „Wie viel?“ oder "Wie lange?“ habe er beispielsweise folgende Antwort erhalten: „Vom Mehl so viel, dass es passt, und wenn der Teig noch flüssig ist, dann etwas mehr“.

Bei seinen Recherchen ist Josef Nejdl auch auf  die „Schornblätter“  gestoßen, im Volksmund auch als „Fuchsenfutter“ bezeichnet. Trotz vieler  Bemühungen musste er schließlich feststellen, dass es dafür keinen tschechischen Namen gibt.

Übrigens sind in dem Kochbuch alle  bayerischen Rezepte mit einem Würstchen-Emblem  versehen, während die chodischen Gerichte  mit einem Kolatschen-Symbol gekennzeichnet sind.

Das Buch „Traditionelle Gerichte des böhmisch-bayerischen Grenzgebietes“ ist in einer Auflage von 1000 Stück erschienen. Es ist   erhältlich bei   der Perlinger Druck GmbH in Furth im Wald und bei den Touristinformationen Furth im Wald, Neukirchen b. Hl. Blut sowie im Bayerisch-Böhmischen Kulturzentrum Centrum Bavaria Bohemia   (CeBB) in Schönsee.  Das Buch kostet zehn Euro.

Das   Buch kann aber auch gerne über  mich erworben werden.